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Blog · Auffindbarkeit

Standortseiten für Frankfurt, Mainz und Wiesbaden: Wann sie helfen und wann Google sie als Kopie wertet

Eine Seite je Stadt klingt nach mehr Sichtbarkeit. Oft entstehen aber Kopien, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Hier lesen Sie, was Google dazu schreibt und wie Sie die Überschneidung selbst messen.

Kevin Schäfer17. September 202610 Minuten Lesezeit

Illustration: Drei Standortseiten nebeneinander, nur die mittlere hat einen eigenen, golden hervorgehobenen Inhaltsblock.
Schematische Darstellung: Drei Standortseiten, nur eine davon mit eigenem Inhalt.

Antwort zuerst

Das Wichtigste auf einen Blick

Fünf Sätze für den schnellen Überblick: drei nach Google, zwei aus unserer Arbeit.

  1. Eine Standortseite hilft nur, wenn sie echten Inhalt zu ihrem Ort hat, etwa Anfahrt, Einsätze vor Ort und Ansprechpartner.

    Seiten, die auf einzelne Städte zielen, und sehr ähnliche Seiten nennt Google als Beispiele für Doorway-Seiten, also Brückenseiten für ähnliche Suchanfragen.

  2. Doppelte Inhalte sind laut Google kein Verstoß gegen die Spam-Richtlinien, aber Google wählt aus ähnlichen Seiten nur eine aus.

    Google nimmt die Seite, die es für die vollständigste und nützlichste hält. Seiten in derselben Sprache für verschiedene Regionen behandelt Google als Duplikate.

  3. Seit März 2024 wertet Google massenhaft erstellte Seiten ohne Mehrwert als Spam, egal ob Menschen, Software oder beide sie erstellt haben.

    Am 26.04.2024 meldete Google 45 Prozent weniger minderwertige, nicht originelle Inhalte. Erwartet hatte Google 40 Prozent.

  4. Wir messen Standortseiten am Anteil gemeinsamer Fünf-Wort-Folgen und halten ihn bei höchstens 20 Prozent zu jeder anderen Standortseite.

    Diese Grenze ist unsere eigene Arbeitsregel. Ein Schwellenwert von Google dafür ist nicht belegt.

  5. In einem Kundenprojekt im September 2026 sank die Überschneidung von sieben Standortseiten von 31 bis 52 Prozent auf 1 bis 4 Prozent.

    Gemessen wurde vor und nach der Überarbeitung, mit neutralisierten Ortsnamen. Über Rankings sagt die Messung nichts aus.

Der Mechanismus

Was Google unter einer Kopie versteht

Für Standortseiten sind zwei Regeln von Google wichtig, und sie werden oft verwechselt. Die eine betrifft Spam, die andere doppelte Inhalte.

Die Spam-Richtlinien von Google beschreiben Doorway Abuse: Seiten, die für bestimmte, ähnliche Suchanfragen erstellt werden. Als Beispiel nennt Google Seiten, die auf einzelne Regionen oder Städte zielen und Besucher zu einer einzigen Seite leiten. Ebenso genannt werden sehr ähnliche Seiten, die eher Suchergebnissen gleichen als einer klaren Seitenstruktur.

Dazu kommt Scaled Content Abuse, also massenhaft erstellte Seiten ohne Mehrwert. Seit März 2024 gilt das ausdrücklich unabhängig davon, ob Menschen, eine Automatisierung oder beide die Seiten erstellt haben. Als Beispiele nennt Google KI-Texte ohne Mehrwert und Umformungen mit Synonymen. Ein Text, in dem nur Frankfurt gegen Mainz getauscht wird, liegt für mich sehr nah daran.

Doppelte Inhalte sind dagegen kein Spam. Google schreibt selbst, dass etwas doppelter Inhalt auf einer Website normal ist. Google wählt dann eine kanonische Adresse, also die maßgebliche Fassung, und nimmt dafür die vollständigste und nützlichste Seite. Seiten in derselben Sprache für verschiedene Regionen gelten dabei als Duplikate.

Für fast gleiche Stadtseiten heißt das: Eine Strafe droht nicht, aber die Seiten nehmen sich gegenseitig die Chance. Google zeigt womöglich nur eine davon, die anderen gehen leer aus.

Laut einem Bericht von Search Engine Roundtable von 2019 riet John Mueller von Google von einem Plan mit 1.300 Stadtseiten ab. Das klinge nach Doorway-Seiten, schrieb er. Die Aussage ist alt und nur über diesen Bericht belegt. Sie passt aber zu Googles Leitfaden vom 15.05.2026, der Inhalte mit eigener Erfahrung empfiehlt.

So entsteht eine Standortseite, die trägt

  1. Erst prüfen, ob es den Ort gibt

    Haben Sie dort ein Büro oder regelmäßig Aufträge? Wenn nicht, gehört die Stadt ins Einzugsgebiet und auf die Leistungsseite.

  2. Eigenen Inhalt sammeln

    Anfahrt, Einsätze vor Ort, Ansprechpartner und Fragen aus der Stadt. Das lässt sich nicht aus einer Vorlage kopieren.

  3. Jede Seite neu schreiben

    Eine Vorlage mit getauschtem Ortsnamen kommt den Doorway-Beispielen von Google sehr nahe.

  4. Die Überschneidung messen

    Jede Seite gegen jede andere prüfen. Wir überarbeiten, bis der Wert überall bei höchstens 20 Prozent liegt.

Zum Ausprobieren

Textvergleich: Wie ähnlich sind Ihre Standortseiten?

Fügen Sie zwei Texte ein, etwa von Ihrer Frankfurt- und Ihrer Mainz-Seite. Das Werkzeug zählt, wie viele Fünf-Wort-Folgen beide gemeinsam haben. Gerechnet wird nur in Ihrem Browser, gespeichert wird nichts.

Die Beispieltexte sind erfunden: ein Malerbetrieb mit fast gleichem Text für Frankfurt und Mainz.

Anteil gemeinsamer Fünf-Wort-Folgen

89 Prozent

39 gemeinsame Folgen von 44 Folgen im kürzeren Text

Rot: Die Texte sind weitgehend gleich. So würden wir keine Seite veröffentlichen.

Wichtig: Die 20 Prozent sind unsere eigene Arbeitsgrenze, kein Google-Wert. Das Werkzeug zeigt, wie ähnlich sich zwei Texte sind, nicht wie Google sie bewertet.

So rechnet das Werkzeug

  1. Alles kleinschreiben und Satzzeichen entfernen.
  2. Ortsnamen aus dem Feld oben durch denselben Platzhalter ersetzen.
  3. Je Text die Menge aller Folgen aus fünf aufeinanderfolgenden Wörtern bilden.
  4. Gemeinsame Folgen durch die Folgen des kürzeren Textes teilen. Das entspricht dem Maß Containment bei Broder.

Die bekanntere Jaccard-Ähnlichkeit teilt durch alle Folgen beider Texte und ergibt nie höhere Werte. Google hält ein Patent zu Beinahe-Duplikaten von 2003. Ob Google solche Verfahren heute nutzt, ist nicht belegt.

In der Praxis

Welche Lösung zu Ihrer Lage passt

Nehmen wir einen Fliesenleger aus Mainz, der auch in Wiesbaden und Frankfurt arbeitet. Ob sich eine Standortseite lohnt, hängt davon ab, was er in der Stadt tut.

  • Lage 1

    Sie haben in der Stadt einen eigenen Standort mit Personal.

    Eine eigene Standortseite ist sinnvoll.

    So gehen Sie vor

    Zeigen Sie Adresse, Anfahrt, Ansprechpartner und Aufträge vor Ort. Im Unternehmensprofil steht die echte Adresse.

  • Lage 2

    Sie fahren regelmäßig in die Stadt, haben dort aber kein Büro.

    Nur mit eigenem Inhalt.

    So gehen Sie vor

    Referenzen und Fragen aus der Stadt tragen die Seite. Schreiben Sie ehrlich: „Wir kommen zu Ihnen nach Wiesbaden.“ Im Profil steht die Stadt im Einzugsgebiet.

  • Lage 3

    Sie arbeiten dort nur gelegentlich.

    Besser keine eigene Seite.

    So gehen Sie vor

    Nennen Sie die Stadt auf der Leistungsseite und im Einzugsgebiet. Das ist ehrlicher als eine Seite ohne eigenen Inhalt.

Das gehört auf jede Standortseite

  • Anfahrt oder Ihr Weg zu den Kunden
  • Referenzen aus der Stadt, mit Freigabe der Kunden
  • Ein Ansprechpartner für diese Stadt
  • Fragen, die Kunden dort stellen
  • Ein eigener Text statt einer Vorlage mit getauschtem Ortsnamen

Das sollten Sie lassen

  • Scheinadressen oder virtuelle Büros im Unternehmensprofil
  • Viele Stadtseiten aus einer Vorlage erzeugen
  • Nur den Ortsnamen tauschen, per Hand oder per KI

Häufige Fragen

Fünf Fragen zu Standortseiten

Kurze Antworten mit Quelle, ohne Umweg.

Eine Strafe für doppelte Inhalte gibt es nicht. Laut Google ist etwas doppelter Inhalt auf einer Website normal und kein Verstoß gegen die Spam-Richtlinien. Die Folge ist eine andere: Google wählt aus ähnlichen Seiten eine aus und zeigt womöglich nur diese. Seiten in derselben Sprache für verschiedene Regionen gelten dabei als Duplikate. Anders ist es bei Seiten, die nur für ähnliche Suchanfragen gebaut werden. Das nennt Google Doorway Abuse, also Spam.

Eine solche Prozentgrenze von Google ist nicht belegt. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen jemand eine nennt. Die 20 Prozent in unserem Textvergleich sind unsere eigene Arbeitsgrenze. Wir messen den Anteil gemeinsamer Fünf-Wort-Folgen am kürzeren Text und neutralisieren vorher die Ortsnamen. Die Methode geht auf einen Aufsatz von A. Z. Broder aus dem Jahr 1997 zurück. Sie zeigt, wie ähnlich sich zwei Texte sind, nicht wie Google sie bewertet.

Nein. Eine eigene Seite lohnt sich nur, wenn Sie über die Stadt etwas Eigenes sagen können: Anfahrt, Einsätze vor Ort, einen Ansprechpartner oder Fragen, die dort gestellt werden. Fehlt das, bleibt nur der getauschte Ortsname. Sehr ähnliche Seiten dieser Art nennt Google als Beispiel für Doorway-Seiten. Lieber wenige Standortseiten mit eigenem Inhalt als viele aus einer Vorlage. Städte, in denen Sie nur gelegentlich arbeiten, nennen Sie auf der Leistungsseite und im Einzugsgebiet.

Nein. Virtuelle Büros ohne Personal sind im Google-Unternehmensprofil nicht erlaubt, Co-Working-Flächen nur mit Beschilderung, Personal und Kundenempfang. Ohne Kundenempfang blenden Sie die Adresse aus und legen ein Einzugsgebiet fest. Google erlaubt bis zu 20 Gebiete, höchstens etwa zwei Fahrstunden entfernt. Auf der Website schreiben Sie ehrlich, dass Sie zu Ihren Kunden nach Frankfurt kommen.

Das Werkzeug ist nicht der Punkt. Seit März 2024 wertet Google massenhaft erstellte Seiten ohne Mehrwert als Spam, egal wer oder was sie erstellt hat. Als Beispiele nennt Google KI-Texte ohne Mehrwert und Umformungen mit Synonymen. Entscheidend ist, ob die Seite eigene Informationen enthält. Google empfiehlt Inhalte mit eigener Erfahrung statt Allgemeinwissen. Eine KI kennt Ihre Einsätze in Mainz nicht, diese Angaben müssen von Ihnen kommen.

Über den Autor

Porträtfoto von Kevin Schäfer, Geschäftsführer von Schäfer Online-Marketing

Kevin Schäfer

  • Geschäftsführer
  • Online-Marketing Consultant
  • Freier Sachverständiger für SEO und Webdesign

Kevin Schäfer ist seit 2010 im Marketing tätig und hat Schäfer Online-Marketing am 1. Mai 2020 gegründet. Seitdem sind über 140 Websites auf Onepage.io entstanden. Als freier Sachverständiger für SEO und Webdesign misst er Standortseiten mit einer festen Methode. Die Agentur betreut Betriebe in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden.

Schäfer Online-Marketing · Beratungsbüro Darmstädter Straße 11 · 65474 Bischofsheim · Telefon 06146 90 96 072

Nächster Schritt

Lassen Sie Ihre Standortseiten messen

Wir vergleichen Ihre Standortseiten untereinander und zeigen, wo sie sich überschneiden. Danach besprechen wir, welche Städte eine eigene Seite tragen. Rankings verspreche ich dabei nicht. Das kann niemand seriös.

Lieber direkt sprechen? Telefon 06146 90 96 072 oder anfrage@schaefer-online-marketing.deWeitere Beiträge im Blog

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