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Blog · KI-Sichtbarkeit

Warum jede KI-Abfrage ein anderes Ergebnis liefert — und was das über GEO-Rankings verrät

Dieselbe Frage, hundertmal gestellt, ergibt fast nie zweimal dieselbe Antwort. Was das für Versprechen wie Platz 1 in ChatGPT bedeutet – und was sich statt einer Position wirklich messen lässt.

Kevin Schäfer10. September 20269 Minuten Lesezeit

Antwort zuerst

Das Wichtigste auf einen Blick

Fünf Sätze, die Sie aus diesem Beitrag mitnehmen sollten – auch wenn Sie den Rest überspringen.

  1. Wer dieselbe Frage hundertmal an dieselbe KI stellt, bekommt fast nie zweimal dieselbe Markenliste.

    SparkToro wertete gemeinsam mit Gumshoe.ai 2.961 Durchläufe von zwölf Fragen über ChatGPT, Claude und Google AI aus. Ergebnis, veröffentlicht am 28.01.2026: seltener als einmal in 100 Durchläufen dieselbe Markenliste, seltener als einmal in 1.000 Durchläufen dieselbe Reihenfolge.

  2. Eine feste Position in einer KI-Antwort gibt es nicht, deshalb kann sie auch niemand versprechen.

    Wenn die Reihenfolge zwischen zwei Durchläufen wechselt, ohne dass sich an der Website etwas geändert hat, ist Platz 1 in ChatGPT keine Leistung, sondern ein Zufallsbefund. Wir geben deshalb keine Rankingversprechen ab, auch keine eigenen.

  3. Messbar ist die Nennungshäufigkeit über viele Abfragen hinweg, nicht eine Position aus einem einzelnen Durchlauf.

    In derselben Auswertung vom 28.01.2026 tauchte ein Krankenhaus in 69 von 71 Antworten auf, also in 97 Prozent der Fälle. Diese Quote bleibt über viele Durchläufe hinweg stabil genug, um sie zu vergleichen.

  4. ChatGPT und die KI-Antworten von Google empfehlen bei derselben Frage mehrheitlich unterschiedliche Marken.

    BrightEdge verglich nach eigenen Angaben vom 27.08.2025 zehntausende identische Anfragen über ChatGPT, Google AI Overviews und Google AI Mode. Bei 61,9 Prozent der Anfragen wichen die Markenempfehlungen voneinander ab, nur 17 Prozent waren auf allen drei Plattformen identisch.

  5. Der Hebel liegt darin, überhaupt in die Auswahl zu kommen, nicht darin, in einer Liste weiter oben zu stehen.

    Die Streuung betrifft die Reihenfolge. Wer in den zugrundeliegenden Quellen gar nicht belegt ist, kommt in keiner Reihenfolge vor – und daran lässt sich arbeiten.

Der Mechanismus

Warum dieselbe Frage verschiedene Antworten erzeugt

Die Schwankung ist kein Fehler und kein Zeichen dafür, dass etwas kaputt ist. Sie steckt in der Bauweise dieser Systeme – an drei Stellen gleichzeitig.

Die Antwort wird gewürfelt, nicht nachgeschlagen

Ein Sprachmodell schlägt keine fertige Liste in einer Datenbank nach. Es setzt die Antwort Wort für Wort zusammen und wählt dabei jedes Mal aus mehreren möglichen Fortsetzungen aus. Diese Auswahl enthält bewusst einen Zufallsanteil, damit die Antworten nicht mechanisch klingen. Genau dieser Zufallsanteil sorgt dafür, dass zwei identische Fragen zwei verschiedene Antworten ergeben können – ohne dass sich an Ihrer Website oder an den Daten irgendetwas geändert hätte.

Die Quellen wechseln zwischen zwei Durchläufen

Moderne KI-Antworten kommen selten allein aus dem Modell. Sie werden mit einer Websuche ergänzt, die im Hintergrund abläuft. Welche Seiten diese Suche zurückgibt, hängt vom Zeitpunkt ab, von der Formulierung der internen Suchanfrage und davon, welche Seiten das System gerade indexiert hat. Ein anderer Quellensatz führt zu einer anderen Auswahl an Unternehmen.

Die Frage selbst ist nie zweimal dieselbe

Menschen formulieren dieselbe Absicht völlig unterschiedlich. SparkToro maß bei frei formulierten Fragen von Testpersonen eine semantische Ähnlichkeit von 0,081 – die Fragen ähnelten einander also kaum, obwohl sie dasselbe wollten. Ein Ranking, das für eine bestimmte Formulierung gilt, sagt damit wenig über die zwanzig anderen Formulierungen aus, mit denen Ihre Kunden dieselbe Sache suchen.

Zweite Fehlerquelle

Die Systeme sind sich nicht einmal untereinander einig

Zur Streuung innerhalb eines Systems kommt die Streuung zwischen den Systemen. Wer nur ChatGPT beobachtet, sieht nicht, was Google-Nutzern angezeigt wird – und umgekehrt.

61,9 %

der Anfragen führten auf den drei Plattformen zu unterschiedlichen Markenempfehlungen

17 %

der Anfragen führten auf allen drei Plattformen zu identischen Markenempfehlungen

Die beiden Werte stammen aus derselben Auswertung, ergeben zusammen aber keine 100 Prozent: Der Rest entfällt auf Anfragen mit teilweiser Übereinstimmung. Zu deren Anteil liegt uns keine veröffentlichte Zahl vor.

Quelle: BrightEdge, Vergleich von nach eigenen Angaben zehntausenden identischen Anfragen über ChatGPT, Google AI Overviews und Google AI Mode, veröffentlicht am 27.08.2025. Die Zahl stammt von einem Anbieter von Sichtbarkeitswerkzeugen, eine unabhängige Wiederholung der Messung ist uns nicht bekannt. Auswertung von BrightEdge ansehen

Was das für Berichte bedeutet

Ein Bericht, der nur ein System auswertet, ist kein Bericht über Ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen. Er ist ein Bericht über Ihre Sichtbarkeit in genau diesem einen System, zu genau diesem Zeitpunkt. Fragen Sie bei jedem Angebot nach, welche Systeme abgefragt werden und wie oft.

Was das für Ihre Inhalte bedeutet

Wenig. Die Grundlagen unterscheiden sich weniger, als die Ergebnisse vermuten lassen: Alle Systeme greifen auf öffentliche Webinhalte zurück. Verständliche Seiten mit klaren Angaben zu Leistung, Standort und Zuständigkeit helfen überall. Was sich unterscheidet, ist die Auswahl aus dem, was gefunden wurde.

Zum Ausprobieren

Dieselbe Frage, noch einmal gestellt

Drücken Sie auf den Knopf und stellen Sie dieselbe Frage noch einmal. Die Reihenfolge wechselt, die Liste wird länger oder kürzer, einzelne Anbieter fallen ganz heraus. Genau das passiert in echten KI-Systemen – und genau deshalb lässt sich eine Position nicht versprechen.

Beispielfrage an die KI

Welche Anbieter im Rhein-Main-Gebiet kannst du mir empfehlen?

Antwort dieses Durchlaufs

  1. Anbieter E
  2. Anbieter A
  3. Anbieter C
  4. Anbieter D
  5. Anbieter B

Diese Reihenfolge gab es in dieser Sitzung noch nicht.

1Durchläufe
1verschiedene Reihenfolgen
1häufigste Reihenfolge trat so oft auf

Nennungsquote über alle Durchläufe

Die Reihenfolge springt bei jedem Durchlauf. Die Quote, mit der ein Anbieter überhaupt genannt wird, pendelt sich dagegen ein – je mehr Durchläufe, desto ruhiger. Das ist die Größe, die sich sinnvoll messen lässt.

Anbieter im Beispielgenannt inNennungsquote
Anbieter A1 / 1 Durchläufen100 %
Anbieter B1 / 1 Durchläufen100 %
Anbieter C1 / 1 Durchläufen100 %
Anbieter D1 / 1 Durchläufen100 %
Anbieter E1 / 1 Durchläufen100 %
Anbieter F0 / 1 Durchläufen0 %
Anbieter G0 / 1 Durchläufen0 %
Anbieter H0 / 1 Durchläufen0 %

Hinweis: Dieses Werkzeug stellt keine echte Abfrage an ein KI-System. Es rechnet mit einem festen, hinterlegten Datensatz und erzeugt daraus nachvollziehbar die gleiche Abfolge von Durchläufen. Es dient der Veranschaulichung des Effekts, nicht der Messung. Die zugrundeliegenden Messwerte stammen aus der SparkToro-Untersuchung vom 28.01.2026.

Die Konsequenz

Was sich messen lässt – und was niemand versprechen kann

Die Streuung macht KI-Sichtbarkeit nicht unmessbar. Sie verschiebt nur, was man misst: nicht die Position in einem Durchlauf, sondern die Häufigkeit über viele Durchläufe.

Das lässt sich sauber messen

  • Nennungsquote über viele Abfragen

    In wie vielen von sechzig oder hundert Antworten auf dieselbe Frage kommt Ihr Unternehmen überhaupt vor? Diese Quote schwankt zwischen zwei Messungen deutlich weniger als eine Position.

  • Eine feste Liste realistischer Fragen

    Nicht die eine Wunschfrage, sondern die zwanzig Formulierungen, mit denen Ihre Kunden dieselbe Sache tatsächlich suchen. Diese Liste bleibt über die Zeit gleich, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

  • Mehrere Systeme nebeneinander

    ChatGPT, die KI-Antworten von Google und weitere Systeme getrennt ausweisen, nicht zu einem Wert verrechnen. Ein Mischwert verdeckt genau den Unterschied, um den es geht.

  • Der Inhalt der Nennung

    Wird Ihr Unternehmen richtig beschrieben? Stimmen Leistung, Ort und Zuständigkeit? Eine falsche Nennung ist schlechter als keine, und sie ist im Gegensatz zur Position tatsächlich beeinflussbar.

Das kann niemand zusagen

  • Platz 1 in ChatGPT

    Eine Position, die sich zwischen zwei Durchläufen von selbst ändert, kann niemand herstellen und niemand halten. Wer sie verspricht, verspricht ein Ergebnis, das er nicht kontrolliert.

  • Ein fester Sichtbarkeits-Score

    Zahlen, die eine Position in einen Punktwert umrechnen, erben deren Zufall. Fragen Sie nach, aus wie vielen Durchläufen ein solcher Wert gebildet wird – wenn es einer ist, misst er nichts.

  • Eine Garantie für die nächste Modellversion

    Anbieter tauschen ihre Modelle und ihre Suchanbindung laufend aus. Was heute stabil aussieht, kann nach einem Update anders aussehen, ohne dass sich an Ihrer Website etwas geändert hat.

  • Auch von uns nicht

    Wir geben keine Ranking- oder Ergebnisgarantien, weder für Google noch für KI-Systeme. Wir sagen zu, was wir tun, wie wir messen und was die Messung ergeben hat.

Praktisch heißt das: Legen Sie einmal fest, welche Fragen gemessen werden, wie oft sie wiederholt werden und in welchen Systemen. Halten Sie dieses Verfahren über Monate unverändert. Dann sagt eine steigende Nennungsquote tatsächlich etwas aus – und eine wechselnde Reihenfolge sagt Ihnen nichts mehr, was sie nicht schon vorher gesagt hat.

Häufige Fragen

Sechs Fragen, die uns zu KI-Rankings gestellt werden

Kurze Antworten, ohne Umweg.

Nein. SparkToro hat gemeinsam mit Gumshoe.ai 2.961 Durchläufe von zwölf Fragen über ChatGPT, Claude und Google AI ausgewertet und am 28.01.2026 veröffentlicht: Fragt man dieselbe KI hundertmal dasselbe, liegt die Chance auf zweimal exakt dieselbe Markenliste unter 1 zu 100. Dieselbe Liste in derselben Reihenfolge tritt seltener als einmal in 1.000 Durchläufen auf. Eine feste Position, die man garantieren könnte, gibt es damit gar nicht. Wir geben deshalb keine Rankingversprechen ab, weder für Google noch für KI-Systeme.

Die Nennungshäufigkeit über viele Abfragen hinweg. Man stellt dieselbe Frage nicht einmal, sondern sechzig- bis hundertmal, und zählt, in wie vielen Antworten das Unternehmen überhaupt vorkommt. SparkToro nennt dafür in der Auswertung vom 28.01.2026 ein Beispiel: Ein Krankenhaus tauchte in 69 von 71 Antworten auf, also in 97 Prozent der Fälle. Diese Größe ist stabil genug, um sie über Monate hinweg zu vergleichen. Eine einzelne Position ist es nicht.

Weil es verschiedene Systeme mit verschiedenen Datenquellen und verschiedenen Auswahlregeln sind. BrightEdge verglich nach eigenen Angaben vom 27.08.2025 zehntausende identische Anfragen über ChatGPT, Google AI Overviews und Google AI Mode und kam zu dem Ergebnis, dass die drei Plattformen bei 61,9 Prozent der Anfragen unterschiedliche Marken empfehlen. Nur 17 Prozent der Anfragen führten auf allen drei Plattformen zu identischen Markenempfehlungen. Wer nur ein System beobachtet, sieht also höchstens einen Ausschnitt.

Nicht wertlos, aber sie messen etwas anderes, als der Name nahelegt. Eine angezeigte Position ist eine Momentaufnahme aus einem einzigen Durchlauf. Der nächste Durchlauf kann eine andere Reihenfolge ergeben, ohne dass sich an Ihrer Website irgendetwas geändert hat. Nützlich werden solche Werkzeuge erst, wenn sie dieselbe Frage oft genug wiederholen und daraus eine Quote bilden. Fragen Sie den Anbieter, wie viele Durchläufe hinter einem angezeigten Wert stehen.

Die Schwankung betrifft die Reihenfolge, nicht die Frage, wer überhaupt in Betracht gezogen wird. Unternehmen, die in den zugrundeliegenden Quellen gut belegt sind, tauchen laut der SparkToro-Auswertung vom 28.01.2026 in einem großen Teil der Antworten auf, während andere gar nicht erst vorkommen. Der Hebel liegt also darin, überhaupt in die Auswahl zu kommen: verständliche Inhalte, klare Angaben zu Leistungen und Standort, nachvollziehbare Belege. Was Sie dabei nicht bekommen, ist eine feste Position.

So oft, dass der Zufall herausgemittelt wird, und in gleichbleibenden Abständen. Weil eine einzelne Abfrage laut SparkToro vom 28.01.2026 fast nie dasselbe Ergebnis liefert wie die vorherige, ist eine einzelne Abfrage pro Monat wertlos. Sinnvoll ist eine feste Liste realistischer Fragen, die regelmäßig in größerer Zahl wiederholt wird, sodass Sie Quoten vergleichen können statt Momentaufnahmen. Entscheidend ist, dass Sie das Messverfahren zwischen zwei Zeitpunkten nicht verändern.

Über den Autor

Porträtfoto von Kevin Schäfer, Geschäftsführer von Schäfer Online-Marketing

Kevin Schäfer

  • Geschäftsführer
  • Online-Marketing Consultant
  • Freier Sachverständiger für SEO und Webdesign
  • Als OMT-Experte gelistet

Kevin Schäfer begutachtet regelmäßig Angebote und Berichte, die Mandanten aus dem Rhein-Main-Gebiet ihm auf den Tisch legen – darunter zunehmend solche, die eine Position in KI-Systemen als Leistung ausweisen. Weil sich diese Position bei jeder Wiederholung ändert, prüft er zuerst, wie oft gemessen wurde und ob das Verfahren zwischen zwei Berichten gleich geblieben ist. Dieser Beitrag fasst zusammen, was er dabei erklären muss, bevor über Maßnahmen gesprochen werden kann.

Schäfer Online-Marketing · Beratungsbüro Darmstädter Straße 11 · 65474 Bischofsheim · Telefon 06146 90 96 072

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Lieber direkt sprechen? Telefon 06146 90 96 072 oder anfrage@schaefer-online-marketing.de

Verwendete Quellen

Anmerkung zur Quellenlage, Stand 10.09.2026: Die Zahlen zur Streuung innerhalb eines Systems stammen aus der SparkToro-Untersuchung und sind mit Methodik und Fallzahl veröffentlicht. Die Zahl zum Unterschied zwischen den Plattformen stammt von BrightEdge, einem Anbieter von Sichtbarkeitswerkzeugen; die Rohdaten sind nicht veröffentlicht, und eine unabhängige Wiederholung der Messung ist uns nicht bekannt. Wir weisen sie deshalb ausdrücklich als Anbieterangabe aus.

© 2026 Schäfer Online-Marketing, Kevin Schäfer. USt-IdNr. DE330104626