Zum Inhalt springen

Blog · KI-Sichtbarkeit

58 Prozent der Deutschen nutzen KI — und Ihr Unternehmen kommt darin nicht vor

Wie viele Menschen in Deutschland Künstliche Intelligenz wirklich nutzen, wofür sie sie einsetzen und warum jede dieser Zahlen nur mit ihrer Grundgesamtheit etwas wert ist.

Kevin Schäfer10. September 20268 Minuten Lesezeit

58 von 100: So viele Menschen in Deutschland ab 16 Jahren nutzen KI. Quelle: Bitkom, 28.04.2026, 1.003 Befragte ab 16 Jahren.

Antwort zuerst

Das Wichtigste auf einen Blick

Fünf Sätze, die Sie aus diesem Beitrag mitnehmen sollten – jeder mit Quelle, Datum und Grundgesamtheit.

  1. 58 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren nutzen Künstliche Intelligenz, 34 Prozent mindestens wöchentlich und 15 Prozent täglich.

    Quelle: Bitkom, Presseinformation vom 28.04.2026. Grundgesamtheit: 1.003 telefonisch befragte Personen ab 16 Jahren in Deutschland, Befragungszeitraum Kalenderwoche 8 bis 11 des Jahres 2026, laut Bitkom repräsentativ.

  2. Unter denen, die KI nutzen, verwenden 71 Prozent ChatGPT, 50 Prozent Gemini und 43 Prozent Copilot.

    Quelle: Bitkom, 28.04.2026. Grundgesamtheit sind hier nur die KI-Nutzer innerhalb der 1.003 Befragten, nicht die Gesamtbevölkerung. Meta AI kommt auf 35 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

  3. Bei der Informationssuche haben 82 Prozent der 16- bis 69-jährigen Onliner in Deutschland bereits KI eingesetzt, 61 Prozent tun das täglich oder wöchentlich.

    Quelle: KI und Search-Studie 2025, beauftragt vom Bayerischen Rundfunk mit ARD SEO, durchgeführt vom IFAK Institut, veröffentlicht in Media Perspektiven 11/2026. Grundgesamtheit: 1.200 Befragte der deutschen Onlinebevölkerung von 16 bis 69 Jahren, Befragung vom 09. bis 16.10.2025.

  4. Die Nutzung hängt stark vom Alter ab: Bei den 16- bis 29-Jährigen suchen 87 Prozent regelmäßig mit KI, bei den 50- bis 69-Jährigen sind es 38 Prozent.

    Dieselbe Studie, dieselbe Grundgesamtheit. Für Menschen über 69 Jahre enthält die Studie keinen Wert, weil diese Altersgruppe nicht befragt wurde. Wir zeigen dafür deshalb auch keinen Balken.

  5. Wer in diesen Antworten nicht vorkommt, wird von einem wachsenden Teil der Suchenden gar nicht mehr gesehen.

    Das ist kein Grund zur Panik, sondern eine Aufgabe: Die KI-Antworten speisen sich aus öffentlichen Webinhalten. Wer dort klar und vollständig beschrieben ist, hat überhaupt eine Chance, genannt zu werden. Ein Ranking versprechen wir daraus nicht.

Der Kern

Warum zwei richtige Zahlen sich zu widersprechen scheinen

58 Prozent hier, 82 Prozent dort: Wer Nutzungsquoten ohne ihre Grundgesamtheit liest, hält eine davon für falsch. Tatsächlich messen sie verschiedene Dinge – und erst zusammen ergeben sie ein Bild.

Wer wurde gefragt, und wonach

Die 58 Prozent stammen von Bitkom und beziehen sich auf alle Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, gefragt nach KI-Nutzung allgemein. Die 82 Prozent stammen aus der KI und Search-Studie 2025 und beziehen sich nur auf die Onlinebevölkerung von 16 bis 69 Jahren – und nur auf die Informationssuche. Enger gefasste Gruppe, enger gefasste Frage, höhere Quote. Beides ist korrekt, und keine der beiden Zahlen ersetzt die andere.

Nutzen heißt nicht täglich nutzen

Von den 58 Prozent greifen 34 Prozent der Befragten mindestens wöchentlich zu KI, 15 Prozent täglich. Der Rest nutzt sie seltener. Für Ihr Unternehmen ist vor allem die regelmäßige Nutzung interessant, denn dort entstehen Gewohnheiten: Wer sich angewöhnt hat, zuerst die KI zu fragen, ruft die klassische Ergebnisliste seltener auf.

Es sind wenige Werkzeuge, und sie sind groß

Unter den KI-Nutzern verwenden 71 Prozent ChatGPT, 50 Prozent Gemini, 43 Prozent Copilot und 35 Prozent Meta AI; Mehrfachnennungen waren möglich. Das heißt: Sie müssen nicht zwanzig Systeme im Blick haben. Es heißt aber auch, dass ein einziges dieser Systeme einen großen Teil der Nutzer erreicht – und dass eine Empfehlung dort entsprechend viele Menschen sehen.

Zum Vergleich

Die Größenordnung, in der das stattfindet

Zwei Zahlen, die beide von den Anbietern selbst stammen und deshalb mit Vorsicht zu lesen sind – sie zeigen aber, dass es sich nicht um eine Randerscheinung handelt.

900 Mio.

ChatGPT

Nutzerinnen und Nutzer pro Woche, weltweit

Angabe von OpenAI, bekannt gegeben am 27.02.2026

1 Mrd.

Gemini-App

monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer, weltweit

Angabe von Google, bekannt gegeben am 11.08.2026

Diese beiden Zahlen dürfen Sie nicht gegeneinander rechnen

Die eine zählt Nutzer pro Woche, die andere pro Monat – die größere Zahl steht für den längeren Zeitraum und bedeutet deshalb nicht automatisch mehr Nutzung. Beide Angaben stammen von den Unternehmen selbst, sind nicht unabhängig geprüft und sagen nichts über Deutschland aus. Wir führen sie hier nur, um die Größenordnung zu zeigen. Für Aussagen über den deutschen Markt gelten die Zahlen weiter oben.

Zum Umschalten

KI bei der Informationssuche, nach Altersgruppen

Schalten Sie zwischen beiden Fragen um. Die erste zeigt, wer es überhaupt schon einmal getan hat, die zweite, wer es zur Gewohnheit gemacht hat. Der Abstand zwischen beiden Balken ist die eigentliche Nachricht.

Angezeigt: Anteil, der KI bei der Informationssuche schon einmal genutzt hat.

  • 16 bis 29 Jahre

    94 %

  • 30 bis 49 Jahre

    90 %

  • 50 bis 69 Jahre

    69 %

  • 70 Jahre und älter

    Kein belegter Wert. Die Studie hat nur Personen bis 69 Jahre befragt. Wir zeigen hier deshalb keinen Balken und rechnen auch nichts hoch.

Alle Balken beziehen sich auf 100 Prozent der jeweiligen Altersgruppe.

Quelle: KI und Search-Studie 2025, beauftragt vom Bayerischen Rundfunk gemeinsam mit ARD SEO, durchgeführt vom IFAK Institut, veröffentlicht in Media Perspektiven 11/2026. Grundgesamtheit: 1.200 Befragte, repräsentativ für die deutsche Onlinebevölkerung von 16 bis 69 Jahren, Online-Befragung vom 09. bis 16.10.2025. Studie bei Media Perspektiven ansehen

Was daraus folgt

Ausprobiert haben es fast alle: Zwischen 16 und 49 Jahren liegen die Werte über 90 Prozent. Zur Gewohnheit geworden ist es vor allem bei den Jüngeren. Wenn Ihre Kundschaft überwiegend über 50 ist, haben Sie also noch Zeit – aber der Abstand zwischen den beiden Balken verkleinert sich erfahrungsgemäß, sobald ein Werkzeug sich einmal eingebürgert hat. Belegen können wir diese Entwicklung für Deutschland derzeit nicht, weil es dazu noch keine zweite Erhebung derselben Studie gibt.

In der Praxis

Vier Schritte, mit denen Sie überhaupt erst in Betracht kommen

Nichts davon ist ein Trick, und nichts davon garantiert eine Nennung. Es sind die Voraussetzungen dafür, dass ein System über Sie überhaupt etwas Belastbares findet.

  1. Fragen Sie die Systeme selbst

    Stellen Sie ChatGPT und den KI-Antworten von Google die Fragen, mit denen Ihre Kunden suchen. Nicht einmal, sondern mehrfach und in verschiedenen Formulierungen. Schreiben Sie auf, was zurückkommt und ob Ihr Unternehmen dabei ist. Das kostet eine Stunde und ersetzt jede Vermutung.

  2. Beantworten Sie die Fragen auf Ihrer Website

    Was Ihre Kunden am Telefon fragen, gehört als Frage und Antwort auf Ihre Seiten – im Fließtext, nicht in einer Grafik und nicht in einer PDF-Datei. KI-Systeme lesen Text. Was nur im Bild steht, existiert für sie nicht.

  3. Machen Sie Ihre Eckdaten eindeutig

    Name, Anschrift, Telefonnummer, Leistungen und Einzugsgebiet müssen überall identisch sein: auf der Website, im Branchenverzeichnis, im Kartendienst. Widersprüchliche Angaben sind der häufigste Grund dafür, dass ein System lieber einen anderen Anbieter nennt.

  4. Messen Sie in Quoten, nicht in Positionen

    Eine einzelne KI-Abfrage sagt fast nichts aus, weil sich das Ergebnis bei jeder Wiederholung ändert. Sinnvoll ist die Frage, in wie vielen von vielen Durchläufen Sie überhaupt genannt werden. Warum das so ist und was das für Berichte bedeutet, steht im zweiten Beitrag.

    Warum jede KI-Abfrage ein anderes Ergebnis liefert

Was Sie daraus nicht ableiten können, ist eine Zusage. Weder wir noch sonst jemand kann versprechen, dass ein bestimmtes KI-System Ihr Unternehmen nennt. Was sich beeinflussen lässt, ist die Voraussetzung dafür: dass überhaupt belastbare, widerspruchsfreie Angaben über Sie im Netz stehen.

Häufige Fragen

Sechs Fragen zur KI-Nutzung in Deutschland

Kurze Antworten, jede mit Quelle und Grundgesamtheit.

Nach der Bitkom-Befragung vom 28.04.2026 nutzen 58 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren Künstliche Intelligenz, 34 Prozent mindestens wöchentlich und 15 Prozent täglich. Grundgesamtheit: 1.003 telefonisch befragte Personen ab 16 Jahren in Deutschland, Befragungszeitraum Kalenderwoche 8 bis 11 des Jahres 2026, laut Bitkom repräsentativ. Bezogen allein auf die Informationssuche liegt der Wert höher: Dort haben laut der KI und Search-Studie 2025 bereits 82 Prozent der 16- bis 69-jährigen Onliner KI genutzt.

Weil die Zahlen unterschiedliche Grundgesamtheiten und unterschiedliche Fragen messen. Die 58 Prozent beziehen sich auf alle Menschen in Deutschland ab 16 Jahren und auf KI-Nutzung allgemein. Die 82 Prozent beziehen sich nur auf die Onlinebevölkerung von 16 bis 69 Jahren und nur auf die Informationssuche. Beide Zahlen sind richtig und widersprechen sich nicht. Wer eine Nutzungsquote ohne Grundgesamtheit nennt, macht sie unprüfbar.

Unter den Menschen, die KI nutzen, verwenden laut Bitkom vom 28.04.2026 71 Prozent ChatGPT, 50 Prozent Gemini, 43 Prozent Copilot und 35 Prozent Meta AI. Mehrfachnennungen waren möglich, deshalb ergibt die Summe mehr als 100 Prozent. Grundgesamtheit sind die KI-Nutzer innerhalb der 1.003 befragten Personen ab 16 Jahren, nicht die Gesamtbevölkerung.

Doch, aber deutlich seltener. In der KI und Search-Studie 2025 hatten 69 Prozent der 50- bis 69-Jährigen KI bei der Informationssuche schon einmal genutzt, 38 Prozent tun es regelmäßig. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 94 beziehungsweise 87 Prozent. Grundgesamtheit: 1.200 Befragte der deutschen Onlinebevölkerung von 16 bis 69 Jahren, befragt vom 09. bis 16.10.2025. Für Menschen über 69 Jahre liegt uns aus dieser Studie kein Wert vor.

Nein. Die KI-Antworten entstehen zu einem großen Teil aus denselben öffentlichen Webinhalten, die auch die Suchmaschinen auswerten, und Google liefert seine KI-Antworten direkt in der Suche aus. Eine Website, die in der klassischen Suche nicht auffindbar ist, taucht deshalb in aller Regel auch in KI-Antworten nicht auf. Es kommt eine Ebene dazu, es fällt keine weg.

Sorgen Sie dafür, dass die Angaben über Ihr Unternehmen öffentlich, eindeutig und maschinell lesbar sind: was Sie anbieten, für wen, an welchem Ort und zu welchen Bedingungen. Schreiben Sie die Fragen Ihrer Kunden als Fragen auf und beantworten Sie sie im Fließtext, nicht in Bildern oder PDF-Dateien. Halten Sie Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch. Ein Ranking lässt sich daraus nicht ableiten, und wir versprechen auch keines.

Über den Autor

Porträtfoto von Kevin Schäfer, Geschäftsführer von Schäfer Online-Marketing

Kevin Schäfer

  • Geschäftsführer
  • Online-Marketing Consultant
  • Freier Sachverständiger für SEO und Webdesign
  • Als OMT-Experte gelistet

In Gesprächen mit mittelständischen Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet hört Kevin Schäfer zwei Sätze besonders oft: Meine Kunden nutzen so etwas nicht, und: Das betrifft doch nur die Jungen. Beides lässt sich mit Zahlen prüfen, und beides stimmt nur eingeschränkt. Er hat die verfügbaren Erhebungen für diesen Beitrag zusammengetragen, jede mit ihrer Grundgesamtheit – damit man sie auseinanderhalten kann, statt sie gegeneinander auszuspielen.

Schäfer Online-Marketing · Beratungsbüro Darmstädter Straße 11 · 65474 Bischofsheim · Telefon 06146 90 96 072

Nächster Schritt

Sehen wir gemeinsam nach, was die Systeme über Sie sagen

Bringen Sie die fünf Fragen mit, mit denen Ihre Kunden Sie suchen würden. Wir stellen sie gemeinsam in mehreren Systemen, schauen uns an, wer genannt wird, und gehen durch, woran es liegt, wenn Sie nicht dabei sind – ohne Verkaufsgespräch und ohne Verpflichtung. Ein Ergebnis versprechen wir dabei nicht.

Lieber direkt sprechen? Telefon 06146 90 96 072 oder anfrage@schaefer-online-marketing.de

Verwendete Quellen

Anmerkung zur Quellenlage, Stand 10.09.2026: Die beiden Studien messen unterschiedliche Grundgesamtheiten, ihre Quoten sind deshalb nicht gegeneinander verrechenbar. Die Angaben zu ChatGPT und Gemini stammen von den Unternehmen selbst, sind nicht unabhängig geprüft und beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume, wöchentlich gegenüber monatlich. Wir führen sie ausschließlich zur Einordnung der Größenordnung an. Zur KI-Nutzung von Menschen über 69 Jahren liegt uns keine belegte Zahl vor.

© 2026 Schäfer Online-Marketing, Kevin Schäfer. USt-IdNr. DE330104626