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Blog · Marketingstrategie

Marketingstrategie für kleine Betriebe: In sechs Schritten vom Bauchgefühl zum Plan

Ein Beitrag hier, eine Anzeige da: So sieht Marketing in vielen Betrieben aus, die ich kennenlerne. Mit sechs Stationen wird daraus ein Plan, der auf eine Seite passt.

Kevin Schäfer17. September 202610 Minuten Lesezeit

Illustration: Sechs Stationen auf einem Kreis, die erste golden hervorgehoben, in der Mitte der Plan.
Sechs Stationen im Kreis: Nach der Optimierung beginnt die Analyse von vorn.

Antwort zuerst

Das Wichtigste auf einen Blick

Fünf Sätze für alle, die wenig Zeit haben. Jeder steht für sich.

  1. Eine Marketingstrategie legt fest, welche Kunden ein Betrieb gewinnen will, mit welchen Maßnahmen und woran er den Erfolg misst.

    Das Gabler Wirtschaftslexikon trennt in der Marketingplanung eine strategische Phase, die Marketingkonzeption, von der operativen Phase mit den Maßnahmen.

  2. Eine Website allein verschafft keinen Vorsprung mehr: 2025 hatten 91,73 Prozent der Unternehmen in Deutschland ab 10 Beschäftigten eine.

    Soziale Medien nutzten 63,02 Prozent dieser Unternehmen. Quelle ist die IKT-Erhebung von Eurostat.

  3. Ein tragfähiger Marketingplan für einen kleinen Betrieb durchläuft sechs Stationen: Analyse, Strategie, Inhalte, Veröffentlichung, Auswertung und Optimierung.

    So ist mein eigener Online-Marketing-Kreislauf aufgebaut. Er verbindet Online- und Offline-Maßnahmen und beginnt nach der Optimierung von vorn.

  4. Jede Marketingstrategie braucht ein Ziel mit Zahl und wenige Kennzahlen, sonst lässt sich nicht prüfen, ob sie wirkt.

    Für den Anfang reichen Anfragen pro Monat, die Herkunft jeder Anfrage und die Kosten pro Anfrage.

  5. Sehr kleine Betriebe investieren seltener und weniger in Digitales, deshalb zählt bei ihnen jede geplante Maßnahme.

    Laut KfW haben 27 Prozent der Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten Digitalisierungsvorhaben, im Schnitt mit 10.000 Euro. Ab 50 Beschäftigten sind es 49 Prozent mit 189.000 Euro.

Die Ausgangslage

Warum eine Website allein noch kein Plan ist

Fast jeder Betrieb ab zehn Beschäftigten hat eine Website. Ein Vorsprung ist das nicht mehr. Den Unterschied macht der Plan dahinter.

Ich höre in Erstgesprächen oft den Satz: Wir machen ein bisschen Facebook und haben eine Website. Auf die Frage nach dem Ziel folgt meist eine Pause. Das ist kein Vorwurf. In kleinen Betrieben entsteht Marketing oft zwischen zwei Terminen und nach Bauchgefühl.

Wie verbreitet die Grundausstattung ist, zeigen die Eurostat-Zahlen im Kasten. Sie beziehen sich auf Unternehmen ab zehn Beschäftigten. Über kleinere Betriebe sagen sie nichts aus.

Für die ganz Kleinen hilft der KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025. Von den Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten haben 27 Prozent Digitalisierungsvorhaben, im Schnitt mit Ausgaben von 10.000 Euro. Ab 50 Beschäftigten sind es 49 Prozent, im Schnitt mit 189.000 Euro. Grundlage ist das KfW-Mittelstandspanel mit Unternehmen bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz. Wer wenig Geld hat, muss es gezielter einsetzen.

Was eine Strategie ist, beschreibt das Gabler Wirtschaftslexikon nüchtern. Marketingplanung ist dort ein „Entscheidungsprozess zur Festlegung des marktbezogenen Verhaltens einer Unternehmung“. Gabler trennt eine strategische Phase, die Marketingkonzeption, von der operativen Phase mit den Maßnahmen. Für den Alltag heißt das: erst das Ziel, dann die Maßnahmen.

Ich arbeite dafür mit einem eigenen Online-Marketing-Kreislauf aus sechs Stationen. Er verbindet Online- und Offline-Maßnahmen, etwa die Website mit dem Flyer, der Fahrzeugbeschriftung oder dem Messestand. Verwandt ist das Modell SOSTAC® von PR Smith. Es gliedert die Planung in Ausgangslage, Ziele, Strategie, Taktik, Aktionen und Kontrolle.

Drei Regeln, damit der Plan im Alltag hält

  1. Ein Ziel mit Zahl

    Nicht mehr Sichtbarkeit, sondern zum Beispiel acht Anfragen im Monat über die Website. Nur so lässt sich prüfen, ob der Plan wirkt.

  2. Zeit fest einplanen

    Ein Plan ohne Zeitbudget scheitert im Tagesgeschäft. Tragen Sie die Stunden in den Kalender ein wie einen Kundentermin.

  3. Wenige Kennzahlen

    Für den Anfang reichen zwei Werte: Anfragen pro Monat und woher sie kommen.

Zum Durchklicken

Der Online-Marketing-Kreislauf in sechs Stationen

Wählen Sie eine Station per Klick oder mit den Pfeiltasten. Sie sehen Leitfragen, eine Aufgabe für diese Woche und eine Kennzahl.

Station 1 / 6

Analyse

Sie klären, wo Ihr Betrieb heute steht und woher Ihre Kunden kommen.

Leitfragen

  • Woher kommen Ihre Kunden heute?
  • Was bieten Ihre stärksten Mitbewerber vor Ort an?
  • Welche Leistung bringt den meisten Ertrag?

Aufgabe für diese Woche

Fragen Sie bei den nächsten 20 Anfragen, wie der Kunde auf Sie gekommen ist. Notieren Sie jede Antwort.

Kennzahl

Anfragen pro Monat, aufgeteilt nach Herkunft.

Station 2 / 6

Strategieentwicklung

Sie legen fest, wen Sie erreichen wollen, mit welchem Ziel und mit welchen Mitteln.

Leitfragen

  • Welche Kunden wollen Sie häufiger gewinnen?
  • Welche Leistung soll wachsen?
  • Wie viel Zeit und Geld steht jeden Monat bereit?

Aufgabe für diese Woche

Schreiben Sie ein Ziel mit Zahl und Datum auf. Ergänzen Sie Zielgruppe, Kanäle und Budget.

Kennzahl

Ihr Zielwert, etwa Anfragen pro Monat für die Leistung, die wachsen soll.

Station 3 / 6

Content-Erstellung

Sie erstellen Content, also Texte, Fotos und Beiträge, die Fragen Ihrer Kunden beantworten.

Leitfragen

  • Welche Fragen hören Sie am Telefon immer wieder?
  • Welche Arbeiten können Sie mit eigenen Fotos zeigen?
  • Wer im Betrieb schreibt, wer fotografiert?

Aufgabe für diese Woche

Sammeln Sie zehn Kundenfragen und beantworten Sie jede auf der passenden Leistungsseite.

Kennzahl

Veröffentlichte Inhalte pro Monat im Vergleich zum Plan.

Station 4 / 6

Veröffentlichung und Verbreitung

Sie bringen die Inhalte dorthin, wo Ihre Kunden unterwegs sind, online und vor Ort.

Leitfragen

  • Wo begegnen Ihnen Ihre Kunden?
  • Welcher Kanal passt zu welchem Inhalt?
  • Wer veröffentlicht wann?

Aufgabe für diese Woche

Legen Sie einen Plan für vier Wochen an, mit Datum, Kanal und Zuständigkeit. Offline-Maßnahmen stehen im selben Kalender.

Kennzahl

Reichweite je Kanal, etwa Aufrufe einer Leistungsseite.

Station 5 / 6

Monitoring und Auswertung

Sie erfassen Kennzahlen regelmäßig und nach festen Regeln. Das meint der Begriff Monitoring.

Leitfragen

  • Welche Maßnahme hat Anfragen gebracht?
  • Welche Seiten werden gelesen, welche nicht?
  • Was hat eine Anfrage gekostet?

Aufgabe für diese Woche

Tragen Sie einmal im Monat Anfragen, Herkunft und Kosten in eine Tabelle ein.

Kennzahl

Kosten pro Anfrage je Kanal.

Station 6 / 6

Optimierung

Sie verstärken, was wirkt, und streichen, was nichts bringt. Danach beginnt der Kreislauf von vorn.

Leitfragen

  • Welche Maßnahme lassen Sie weg?
  • Welche verstärken Sie?
  • Welche Annahme aus der Analyse war falsch?

Aufgabe für diese Woche

Streichen Sie die schwächste Maßnahme und geben Sie ihre Zeit der stärksten.

Kennzahl

Anfragen im Vergleich zum Vormonat.

Der Kreislauf ist mein eigenes Arbeitsmodell. Verwandt ist SOSTAC® von PR Smith, das nach Ausgangslage, Zielen, Strategie, Taktik, Aktionen und Kontrolle fragt.

Zum Mitnehmen

Ihr Marketingplan auf einer Seite

Die Tabelle zeigt, was in den Plan eines kleinen Betriebs gehört. Die rechte Spalte ist ein erfundenes Beispiel: Nehmen wir einen Fliesenleger in Mainz, der mehr Badsanierungen verkaufen will.

Erfundenes Beispiel zur Veranschaulichung

Die sieben Bausteine eines Marketingplans
BausteinWas hineingehörtBeispiel Fliesenleger in Mainz
AusgangslageWoher Anfragen kommen und was Mitbewerber anbietenDie meisten Aufträge kommen über Empfehlungen, die Website bringt kaum Anfragen.
ZielEine Zahl mit DatumIn sechs Monaten zehn Anfragen pro Monat für Badsanierungen über die Website.
ZielgruppeWen Sie erreichen wollen, so genau wie möglichEigentümer in Mainz und Umgebung, die ihr Bad erneuern wollen.
RessourcenPersonen, Geld, Zeit und Daten, bei PR Smith die vier MDer Meister selbst, zwei Stunden pro Woche, ein festes Monatsbudget, Zugang zur Google Search Console.
KanäleOnline und offline, aufeinander abgestimmtLeistungsseite Badsanierung, Google-Unternehmensprofil, Bauschild an der Baustelle.
KennzahlenZwei bis drei Werte, monatlich erfasstAnfragen pro Monat, Herkunft jeder Anfrage, Kosten pro Anfrage.
PrüfterminEin fester Termin im KalenderJeden ersten Montag im Monat eine halbe Stunde.

Passt Ihr Plan nicht auf eine Seite, sind meist noch Entscheidungen offen. Streichen Sie dann lieber einen Kanal, statt alle halb zu bespielen.

So bringen Sie den Plan in den Alltag

  1. Plan sichtbar aufhängenDrucken Sie die Seite aus und hängen Sie sie dort auf, wo Sie jeden Tag vorbeikommen.
  2. Zuständigkeit benennenJede Zeile bekommt einen Namen. Ohne Namen bleibt eine Aufgabe liegen.
  3. Anfragen mitschreibenFragen Sie bei jeder Anfrage nach der Herkunft und tragen Sie sie ein.
  4. Monatlich prüfenVergleichen Sie am Prüftermin die Kennzahlen mit dem Ziel.
  5. Jährlich neu aufsetzenGehen Sie den Kreislauf einmal im Jahr ganz durch und passen Sie Ziel und Kanäle an.

Häufige Fragen

Vier Fragen zur Marketingstrategie im kleinen Betrieb

Kurze Antworten, jede für sich verständlich.

Ja, aber keine dicke Mappe. Eine Seite reicht: Ausgangslage, ein Ziel mit Zahl, Zielgruppe, Ressourcen, Kanäle, Kennzahlen und ein Prüftermin. Schriftlich heißt, dass Sie später nachsehen können, was Sie sich vorgenommen haben. Ohne diese Seite entscheidet im Alltag das Bauchgefühl. Gerade mit knappem Budget lohnt es sich, das Geld auf wenige Maßnahmen zu lenken, deren Wirkung Sie messen können.

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn unterscheidet seit dem 1. Januar 2016 drei Größen. Kleinstunternehmen haben bis zu 9 Beschäftigte und bis zu 2 Millionen Euro Umsatz. Kleine Unternehmen haben bis zu 49 Beschäftigte und bis zu 10 Millionen Euro Umsatz. Mittlere Unternehmen reichen bis 499 Beschäftigte und 50 Millionen Euro Umsatz. Der Kreislauf in diesem Beitrag ist vor allem für Kleinst- und Kleinbetriebe gedacht.

Für den Anfang reichen drei Werte. Erstens die Zahl der Anfragen pro Monat. Zweitens die Herkunft jeder Anfrage, also Empfehlung, Google, Social Media oder Anzeige. Drittens die Kosten pro Anfrage je Kanal. Die ersten beiden Werte erfassen Sie mit einer Frage am Telefon und einer Tabelle. Für die Kosten teilen Sie das Monatsbudget eines Kanals durch die Zahl seiner Anfragen.

Die erste Fassung können Sie mit den sechs Stationen selbst erstellen. Hilfe lohnt sich dort, wo Wissen fehlt. In meiner Beratung gehen wir in fünf Schritten vor: Anliegen verstehen, Ausgangslage einordnen, Schwachstellen suchen, Prioritäten festlegen und nächste Schritte festhalten. Wer das Wissen ins Team holen will, kann eine Schulung zur Online-Marketing-Strategie anfragen. Sie findet im Rhein-Main-Gebiet oder online statt.

Über den Autor

Porträtfoto von Kevin Schäfer, Geschäftsführer von Schäfer Online-Marketing

Kevin Schäfer

  • Geschäftsführer
  • Online-Marketing Consultant
  • Freier Sachverständiger für SEO und Webdesign

Kevin Schäfer ist seit 2010 im Marketing tätig und hat Schäfer Online-Marketing am 1. Mai 2020 gegründet. Die Agentur betreut über 90 Betriebe laufend und hat seit 2020 über 140 Websites gebaut. Der Online-Marketing-Kreislauf aus diesem Beitrag ist sein eigenes Arbeitsmodell. Er ist freier Sachverständiger für SEO und Webdesign.

Schäfer Online-Marketing · Beratungsbüro Darmstädter Straße 11 · 65474 Bischofsheim · Telefon 06146 90 96 072

Nächster Schritt

Machen wir aus Ihrem Bauchgefühl einen Plan

In der Beratung verstehen wir zuerst Ihr Anliegen und ordnen die Ausgangslage ein. Danach suchen wir die Schwachstellen und legen Prioritäten fest. Am Ende stehen die nächsten Schritte schriftlich fest, und Sie entscheiden, was Sie selbst umsetzen.

Lieber direkt sprechen? Telefon 06146 90 96 072 oder anfrage@schaefer-online-marketing.de

Verwendete Quellen

Anmerkung zur Quellenlage: Die Eurostat-Werte gelten für Unternehmen ab 10 Beschäftigten. Die KfW-Werte stammen aus dem KfW-Mittelstandspanel mit Unternehmen bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz. Der Online-Marketing-Kreislauf ist mein eigenes Arbeitsmodell, SOSTAC® stammt von PR Smith. Alle Quellen wurden am 17.09.2026 geprüft.

© 2026 Schäfer Online-Marketing, Kevin Schäfer. USt-IdNr. DE330104626